Das letzte Paradies

Jeder Beginn von Existenz resultiert aus der Auflösung einer Einheit, aus der Vertreibung aus einem Paradies,
der Zerstörung einer Vollkommenheit. Der Prozess des Verstoßenwerdens aus einem Paradies findet sich in vielen Mythen und Geschichten der Menschheit. Es ist ein Ablauf, der uns bekannt ist, ein jeder von uns hat Vertreibung erlebt. Der Abschied aus einem Paradies, wie im Moment der Geburt, am Ende einer Kindheit.
Stets wird aber die Hoffnung gewahrt, dass Überdauern, Suchen, Weiterarbeiten doch eines Tages zu einem vollständigen Glück führen wird. Es ist die Hoffnung, die uns nicht aufgeben lässt. Sie ist kein vages Gefühl, keine
undefinierbare Sehnsucht, sondern ein klar definierter Mangel. Und so konstruieren wir uns Realitäten utopischen Ausmaßes, die uns Geborgenheit bieten, Liebe und Sicherheit. Die uns ein abgegrenzter Bereich sind, in dem
Zuflucht geboten wird vor den düsteren Tälern und den stürmischen Wirrungen dieser Welt. Es ist ein metaphysischer Ort, an dem es uns gelingt das Irdische zu verlassen. Wir suchen ihn in unseren Liebhabern, in unseren Kindern, auf weiten Fernreisen, im Rausch, in der Stille. Es ist eine immerwährende Suche.

Nach dem letzten Paradies.

Texte: Veronika Fischer M.A. Philosophie

Veronika Fischer M.A. Philosphie